Metal Frenzy Samstag 2026

Dann kommen wir mal zum letzten Tag des »Metal Frenzy 2026«. Diesem Familientreffen bei Gardelegen mit der einzigartigen Großartigkeit, ein Erlebnisbad gleich nebenan zu haben.

Das schreibe ich, da ich gerade bei unmenschlichen Außentemperaturen versuche, mein Hirn dazu zu überreden, sinnvolle Texte abzugeben.

Vielen Dank an Peter, das Du das Foto der Pressemenschen gemacht hast!

Schauen wir mal, was das wird. Nach einigen Besuchen von Wetter über die vergangenen Festivaltage kommen wir nun zum Samstag. Das war leider der letzte Tag des Festivals. Was schon traurig ist, kann ja wenigstens mit Spaß und Freude gestartet werden. Neben Mit Ohne Strom, die seit Jahren ein fester Teil des Frenzy sind, kommen auch andere Gute-Laune-Garanten wieder.

Dieses Jahr eröffneten die Urgesteine der deutschen Fun-Punk-Szene, Frog Bog Dosenband aus Kloster Oesede bei Osnabrück, den Samstag mit einer zentralen Show. Zentral, weil sie dieses Mal auf der Bühne im Infield spielten. Auszubildende der Firma ME event technik haben dieses Jahr die Rollitribühne geplant und umgesetzt. Als kleines Schmankerl, war sie so groß, dass sie auch als zweite Bühne dienen konnte.

Und diese Bühne nutzten »Frog Bog Dosenband«, die seit 1991 ihren selbst ernannten »Kirmesrock« zelebrieren. Somit wurden um kurz vor elf bei Festivalbeschallung Diverseste aus dem Schlafsack gerissen.

Einige fragten sich sicher, was da gerade los ist. Die Antwort: Ein Haufen buntgekleideter Ausnahme­musiker mit eigenem kleinen Festival in ihrer Heimat weckte die letzten Lebensgeister und bereitete die ausgelassene Fangemeinschaft auf den kommenden Tag vor. Genau das Richtige für diesen Zeitpunkt des Festivaltages.

Frog Bog Dosenband

TRADING PIECES aus der deutschen Death-Gore-Hardcore-Ecke übernahmen den zweiten Slot und lieferten brachialen Sound, kompromisslos und ohne Rücksicht auf empfindliche Ohren. Die Gardelegen-Stammgemeinde weiß, was sie bekommt, wenn dieser Name auf der Running Order steht, und entsprechend gut gefüllt war der Bereich vor der Bühne auch bereits zu dieser frühen Stunde.

Trading Pieces

Mit Vomiting Corpses folgte die nächste Portion Death Metal, made in Germany. Die Band ließ es krachen, kurz, knackig und brutal, wie es in diesem Genre sein sollte. Als Death-Metal-Frühstück für Fortgeschrittene durchaus geeignet, und das Infield dankte es mit entsprechend gelauntem Nicken.

Vormiting Corpes

Dann folgten Savage Blood« aus Osnabrück, und die Truppe hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Zehn Jahre »Savage Blood« in diesem Jahr, und das Metal Frenzy ließ sich das natürlich nicht entgehen und schickte Patrick »Kobold« Frambach auf die Bühne. Die „Metallmören“ hatten da ihre Autogrammstunde.

Frontmann »Peter Diersmann«, den viele noch aus seiner Zeit bei »Enola Gay« kennen, und seine Mannen bekamen feierlich ihre Benjamin-Blümchen-Torte überreicht. Mit Songs aus ihrem zweiten Album »Wheel of Time« sowie älterem Material zelebrierten die fünf Niedersachsen ihr Jubiläum auf der Bühne mit allem, was klassischer Heavy Metal mit Thrash-Einschlag zu bieten hat. Sauber, druckvoll, wohlverdient.

Savage Blood

Eigentlich hätte an dieser Stelle Victorius gestanden. Leider mussten sie kurzfristig absagen, was schade war, denn auf die war ich gespannt. Zum Glück sprangen Grailknights kurzfristig ein und übernahmen den Slot inklusive der 50 Minuten Spielzeit, die dafür mit dem Slot von »Fateful Finality« getauscht wurden. Die Ritter in bunten Superhelden-Kostümen, bewaffnet mit ihrem aktuellen Album »Forever« von 2025, lieferten exakt das, wofür sie bekannt sind: melodischen Metal mit viel Power, Humor und einem riesigen Mitsingfaktor. Ihr »Battlechoir«, wie sie ihre Fans nennen, bestand auch in Gardelegen und hatte sichtlich Spaß. Eine würdige Notlösung ist das eigentlich nicht mal, das war schlicht ein gutes Konzert. Ach ja, Dr. Skull wurde natürlich besiegt

Grailknights

Fateful Finality aus Deutschland übernahmen im Anschluss in ihrem auf 40 Minuten verkürzten Slot und lieferten Thrash Metal, wie er sein soll: druckvoll, direkt und ohne Umwege. Eine Band, die zeigt, dass das Genre in Deutschland in guten Händen ist.

Fateful Finality

Dann wurde es für mich wirklich spaßig: Bloodsucking Zombies from Outer Space , also die »BZFOS« aus Wien, betraten die Bühne. Die seit über 20 Jahren aktive Horrorpunk- und Psychobilly-Formation brachte ihren lautstarken, trashigen Karneval aus Verkleidungen, treibendem Kontrabass und schaurigen Ohrwürmern mit. Mit ihrem neuen Album »Blood Is For Suckers« von 2026 im Gepäck sorgten sie für gruselig-fröhliches Treiben im Infield. Mehrfach mit dem österreichischen Amadeus Award ausgezeichnet und seit Jahren auf den europäischen Festivalbühnen zu Hause, weiß diese Band ganz genau, wie man ein Publikum unterhält.

BZFOS

Cancer Bats aus Toronto standen als Nächste auf der Bühne, und was für ein Set das war. Die kanadischen Hardcore-Urgesteine feiern 2026 den 20. Geburtstag ihres Debütalbums »Birthing The Giant«, und diese Energie war live deutlich spürbar. Frontmann »Liam Cormier« ist ein absolutes Naturtalent auf der Bühne, und mit Songs aus acht Studioalben, vom Debüt bis zum im August erscheinenden »Give Me Dirt«, lieferten die vier Kanadier ein Set, das das Infield in helle Aufregung versetzte. Circle Pits, Stage Dives, Energie ohne Ende. Geil.

Cancer Bats

Tanzwut aus Berlin brachten mit ihren Dudelsäcken, E-Gitarren und dem unverwechselbaren Frontmann »Teufel« den Folk-Metal-Sound auf die Bühne, den die Band seit fast 30 Jahren pflegt. Mit Songs aus ihrem kommenden Album »Herz aus Stein«, das erst im September erscheint, bekam das Publikum also erste Kostproben, ergänzt durch Klassiker aus dem Backkatalog. Tanzwut live ist eine Klasse für sich: mittelalterliche Instrumente, harte Riffs und Texte, die immer zwischen Ironie und Doppeldeutigkeit pendeln. Das funktioniert, das hat immer funktioniert.

Tanzwut