Metal Frenzy Donnerstag 2026

Damit sind wir beim zweiten Tag des Metal Frenzy angekommen – und der begann mit Grind aus Quedlinburg.

Cock Pit / Memegore wurden 2018 spontan gegründet und entwickelten sich schnell zu einer energiegeladenen Band mit eigenem Stil. Seit April 2025 steht Steiner als neuer Frontmann am Mikrofon, im Oktober stieß Legolars am Bass dazu. Musikalisch verbindet die Band groovigen Grind, Hardcore/Punk, Slam sowie humorvolle und absurde Texte – ganz nach dem Motto: „Ordentlich Spaß!“. Die aktuelle EP Dildozer erschien im Februar 2026, ein zweites Album ist für Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 geplant.

Cock Pit / Memegore

Als Nächstes ging es mit einer Mischung aus Melodic, Thrash und Old-School-Death-Metal weiter. Mainotower aus Lüneburg heizten dem Publikum ordentlich ein. Die Band wurde 2017 gegründet, ihr Debütalbum erschien im Mai 2022.

Mainotower

Anschließend wurde es international: Hostilia aus Göteborg enterten die Bühne. Mit einer actiongeladenen Show überzeugten die Schweden die Crowd auf ganzer Linie. Wie ich feststellen musste, war nicht nur ich begeistert, sondern auch viele andere Besucher. Damit hat es die Band direkt auf meine Spotify-Liste geschafft.

Ein kleines Jubiläum gab es ebenfalls zu feiern: Die Metal-Möhren überreichten kurz vor Ende des Auftritts eine Torte zum fünfjährigen Bestehen der Band. Der Sänger nahm auf seine ganz eigene Weise eine Kostprobe, bevor es noch einige Zugaben für die alten und zahlreichen neuen Fans gab.

Hinter der Bühne traf ich außerdem kurz Gabor, vielen besser bekannt als (Mr. Wheelchair), der sich das Festival einmal anschauen wollte. In diesem Jahr wurde der Verein „Ungehindert dabei“ gegründet, der sich für Barrierefreiheit und Teilhabe in der Festival- und Veranstaltungsbranche einsetzt.

Hostilia

Als Nächstes im Programm stand ROBSE auf der Runningorder. Hinter dem Namen steckt »Robert-Martin Dahn«, vielen noch bestens bekannt als ehemaliger Equilibrium-Sänger. Man hat wirklich gemerkt, dass er sich freute und richtig Bock hatte, wieder auf Bühnen zu stehen, nachdem ihm das Jahr 2025 so ein paar Unwägbarkeiten in den Weg geworfen hatte. Mit Songs aus seinem Debütalbum »Harlekin und Krieger« hatte er Songs dabei, die die Fans im Infield echt begeisterten. Nicht nur, dass man merkte, dass er richtig Bock hatte, wieder auf der Bühne zu stehen, auch die Fans hatten Bock, wieder zu seiner Stimme und seiner Power abzugehen. Ein Auftritt mit Gänsehautmomenten, nicht nur für eingefleischte Equilibrium-Fans.

Robse

Im Anschluss übernahmen Bonded das Ruder. Die Dortmunder um »Bernemann«, der seine Wurzeln bekanntermaßen bei Sodom hat, zeigten mit »Rest in Violence« und »Into Blackness« im Gepäck, warum sie längst keine reine Spin-off-Geschichte mehr sind. Speesy Giesler am Bass und Sänger Manuel Bigus heizten dem Infield mächtig ein, Circle Pits inklusive. Druckvoller, ehrlicher Thrash Metal, wie man ihn sich wünscht.

Bonded

Und dann, als Kontrastprogramm der ganz besonderen Art, betraten Buster Shuffle aus London die Bühne. Mit ihrem aktuellen, in den britischen Charts platzierten Album »Together« im Gepäck sorgten »Jet Baker« und seine Jungs für Ska-Punk-Stimmung pur. Wo eben noch gemosht wurde, wurde nun im Offbeat getanzt. Ein anderes Bewegungsmuster, wahrscheinlich war es genau das, was selbst hartgesottene Metalheads zum Grinsen brachte und die geschundenen Nackenmuskeln etwas entspannen ließ.

Drei völlig unterschiedliche Bands, ein gemeinsamer Nenner: Leidenschaft pur. Geile Stimmung, genau für solche Zeiten sind Festivals da

Buster Shuffle

Als Nächstes betraten die Thüringer von Eisregen die Bühne. Mastermind »Michael »Blutkehle« Roth« und seine Mannen sind seit über 30 Jahren das Aushängeschild für das Düstere und das Morbide. Genau das brachten sie als Sound zum MetalFrenzy mit.

Songs aus »Abart«, dem aktuellen Album von 2024, trafen auf jede Menge Klassiker. Bei meinem ersten Mal habe ich die Band nur drei Songs lang vertragen. Augenscheinlich ist es bei »Eisregen« wie mit gutem Wein oder Whisky: Manchmal braucht es etwas, bis man die Komplexität versteht und genießen kann.

Ja, es war etwas ruhiger um dieses Projekt geworden, aber ganz nebenbei ließ »Blutkehle« Roth durchblicken, dass am nächsten Werk mit dem Arbeitstitel »Nullnegativ« bereits fleißig gefeilt wird. Die Aufnahmen sollen im Herbst entstehen. Für mich unerwartet großartig und ein wahrer Publikumsmagnet.

Eisregen

Direkt im Anschluss legten die schwedischen Death-Metal-Veteranen von Bloodbath nach. Was 1998 als kleines Nebenprojekt von »Anders Nyström« und »Jonas Renkse« (beide Katatonia) begann, ist heute eine echte Supergroup, mit »Nick Holmes« von Paradise Lost am Mikrofon, sowie »Paul Baayens« und »Stefan Hüskens«, der einst bei Sodom an den Saiten stand, in der aktuellen Besetzung. Mit Songs aus »Survival of the Sickest« im Gepäck servierten sie kompromisslosen geilen Old-School-Death-Metal. Ganz wie ich ihn mir erhofft hatte. Das Infield dankte es mit sicher krassen Genickschmerzen. Kaum war der letzte Ton verklungen, ging es für die Schweden auch schon weiter Richtung nächstes Festival in Tschechien. Sehr beschäftigt die Herren, aber von guter Musik will schließlich jeder was haben.

Bloodbath

Den Schlusspunkt setzten die Newcomer von Antrisch aus Würzburg. Seit ihrer Gründung 2020 erzählen sie mit jedem ihrer Konzeptalben eine historische Geschichte und bringen diese live auch optisch auf die Bühne, mit Kostümen und kleinen Theatereinlagen inklusive. Erst vor wenigen Wochen ist mit »Expedition III: Renitenzpfad« das neue Album erschienen, das sich der gescheiterten Amazonas-Expedition von Pedro de Ursúa aus dem Jahr 1560 widmet. Inklusive der Meuterei unter Lope de Aguirre. Also gab es atmosphärischen Black Metal, der nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen sehr befriedigte. Wie ich finde, genau das Richtige zum Ausklang dieses Festivaltages. Episch, was zum Gedanklich-Hängen-Bleiben, dazu ein Bier im Partyzelt, und die Nacht konnte kommen.

Antrisch