Dann mal zu dem feinen Warm-up des HelmFest. Am 07.03.2026 öffneten die Türen zum Raathaussaal des beschaulichen Ortsteils Büddenstedt der Stadt Helmstedt. Es ist immer wieder spannend, dorthin zu fahren.
Es ist klein, es ist ländlich, nachts wirklich dunkel. Gleichwohl hat dieses kleine Fleckchen Erde eine sehr umtriebige Metalszene. Diese Szene hat sich über die letzten Jahre um das »Helmfest« gebildet.
Just die Köpfe um und hinter dem »Helmfest« sind logischerweise auch die Köpfe hinter dem Warm-up.
Dieses Jahr hat sich das Warm-up wie jedes Jahr wieder ein klein wenig weiterentwickelt. Wobei ein wenig untertrieben ist. Dieses Mal gab es keine Bestuhlung im Saal und auch keinen Getränkeausschank.
Richtig gelesen, aber keine Sorge, eine solche Veranstaltung ohne passende Versorgung mit Speis und Trank wird es nie nicht geben. Damit das auch so ist und bleibt, wurde die Verpflegung in die an den Saal angegliederte Gaststätte verlegt.
Diese Gaststätte hatte dann auch Sitzgelegenheiten, um die Speisen und das ein oder andere Meet oder Bier nebst diversen Mischen zu verzehren. An den Gastraum schloss sich dieses Jahr der »Dark-Markt« an.
Diese liebevolle Neuerung war die Dreingabe für die Fans. Bis 20 Uhr konnten dort in einem Saal an den Ständen von sieben Ausstellern wirklich unerwartete Dinge besichtigt und natürlich auch erworben werden.
Dort gab es von düsterromantischen Accessoires über Messer und Schmuck bis hin zu süßesten kleinen Drachen so einiges zu bestaunen.
Damit dieser Markt sowie die Bands auch gut zur Geltung kommen konnten und nichts in ein Gehetze ausartete, startete dieser um 14 Uhr.
Das Warm-up startete dann um 15 Uhr mit dem Einlass. Um Viertel vor vier eröffneten die Köpfe des Vorstandes in Namen Rebecca, Sebastian und Henning mit dem Helmstedter Bürgermeister Wittich Schobert und dem Ortsbürgermeister von Büddenstedt Dirk Zogbaum.
Für das Helmfest übernahm Sebastian das Begrüßen der Fans. Im Anschluss hatte der Ortsbürgermeister Zeit für seine Worte, bevor der Bürgermeister Helmstedts mit einem zünftigen »Glückauf« die Feierlichkeiten bei geilster Musik und dem Dark-Markt eröffnete.
Eröffnung
Den Start des Ganzen machte um 16 Uhr »The Schüler Band«. Jap, dieses Mal nicht die Lehrerband.
Man muss ja auch mal das Zepter weiterreichen. Und die acht Nachwuchsmusiker auf der Bühne haben ganz sicher einen geilen, großartigen und erfolgreichen Weg vor sich. Das war nicht nur meine Meinung, sondern die von allen, mit denen ich so gesprochen habe. Ich verrate nicht, wer, aber einer der Musiker, die am späten Abend auftraten, sagte was, das einfach nur passte. Sinngemäß: »Verdammt, ich wünschte, ich wäre, als ich in diesem Alter war, schon so gut gewesen wie die heute….«. Dem kann ich nichts hinzufügen. Klar ist da an der ein oder anderen Stellschraube noch was zu verbessern, aber das war schon wirklich richtig knorke.
Und das Lob, war ernst gemeint und kam von einem Musiker, den ich sehr schätze und der wirklich mit seinen Bandkollegen schon reichlich stark an der oberen Spitze des Könnens kratzt.
The Schüler Band
Kommen wir zur nächsten Galerie und somit zu den nächsten Bands des Abends. Naja, sagen wir Tag. Denn das, was da in Büddenstedt zum »WarmUp« des 2026er HelmFest aufgefahren wurde, hatte nicht ohne Grund ein so weites Zeitfenster.
Nachdem der großartige Nachwuchs »The Schüler Band« den musikalischen Anfang gemacht hatte und sich das werte Volk auf die drei Teile der Location verteilt hatte, lockte dann ab 17 Uhr Agency Of Steel die Besucher wieder in den großen Saal.
Diese Band, die sich aus einigen sehr erfahrenen Bestreitern der Wolfsburger und Helmstedter Musikszene zusammensetzt, ließ dann schon unweigerlich ermessen, in welche musikalische Richtung es den restlichen Tag über gehen wird.
Das Helmfest ist ein wunderbarer Schmelztiegel für fast alles, was das Metallerherz höher schlagen lässt. So auch dieses Jahr. Und passend dazu spielten die »Agency of Steel« neben vielen geilen Coversongs auch Eigenkompositionen. All ließen sich auf die ein oder andere Weise zwischen gutem, gediegenem Hardrock bis hin zum exzellenten Oldschool-Metal einordnen.
Als Dank und als Wertschätzung gab es in deren Programm noch einen Backgroundchor. Dieser Chor bestand aus Mitgliedern des Helmfest-Teams.
Denn der Song hieß „Helmfest“ und dafür mussten natürlich auch die Stimmen des Teams eingefangen werden. Die Stimmen sind aus der Konserve schon spitze, sodass es natürlich nicht anders ging, als die Stimmen, soweit verfügbar, auch live auftreten zu lassen.
Also, Beweis erbracht: Das Helmfest geht ins Herz und ins Ohr.
Agency of Steel
Nach einem Break für den Umbau spielten die Altmeister von Servator ihren Gig. Ich sprach von fast allem, was das Herz höherschlagen lässt. Dank dieses Ansatzes der Musikalischen Vielfalt, und welches Genre könnte da vielfältiger sein als der Metal, hauten die Helmstedter uns ihren feinst ziselierten Thrash Metal in die Gehörgänge.
Meine Damen und Herren, das war musikalisch ein großartiger Schwank und eine Wonne. Die Band ist nicht ohne Grund so lange im Geschäft und wird das ein oder andere Mal in der internationalen Musikpresse erwähnt. Qualität ist halt King, und dass die nicht aus einer Großstadt kommen muss, haben »Servator« eindrucksvoll bewiesen.
Servator
Auch die nächste Band stammt aus unserer schönen Gegend. SheepShot stammen aus Königslutter. Diese hauten ihre Show nach der nächsten Umbaupause raus.
Die Band ist bekannt für ihre ausgezeichneten Coverfähigkeiten.
Man sehe und staune: Auch diese Band ist wirklich nicht mehr im Teenageralter. Aber nicht weniger leise, ob deswegen, oder gerade deshalb, wer weiß.
Möglich ist aber auch, dass es an den Bands liegt, deren Musik sie so covern. In den letzten Jahren sind die Auftritte immer eher von einer Leitband zum Covern geprägt, als dass ein Medley von allen möglichen Bands gespielt wird.
Das alleine würde sie schon zu einer goldenen Ausnahme machen, aber ihr Können macht sie glatt zur obsidianischen Ausnahme. Dieses Mal spielten sie ihren Gig mit und um die Musik von DIO.
Eine interessante Wahl und, wie ich feststellte, eine richtig gute. Das WarmUp war ausverkauft und dank der langsam fortschreitenden Zeit wurde es auch immer voller, sodass der Chor, der die Klassiker mitsingen konnte, immer größer wur
Sheepshot
Gegen die fette PA, kamen sie zwar nicht an, aber dank dieser fetten PA (ceventec – Veranstaltungstechnik aus Goslar) und den Zauberern an den Reglern für das fantastische Licht (ETNolte), konnte man nur erahnen, was da noch an Breitseiten auf die Fans zukommen würde.
Die Technikgeister und -helfer hatten, ohne zu untertreiben, wieder einen fetten Job abgeliefert.
Nun fehlen uns ja noch zwei Galerien, um euch alles vom »WarmUp 2026« des Helmfestes präsentiert zu haben.
Dann sei es so. Hier die viertletzte und die drittletzte Band des Abends.
Da hatten wir als viertletzte Band des Abends die Herren von If Worlds Collide .
Auch wieder was Feines aus unserer Region. Diesmal direkt aus Helmstadt. Naja, der ein oder andere nahe gelegene Vorort ist auch dabei.
Diese Band ist ein weiteres Puzzlestück in der Vielfaltskarte der Musikstile, die es auf dem »Helmfest« zu erleben gibt. Diese Band spielte Alternative Rock und das mit einem leichten Hang zum Metal, aber immer zur technisch cleanen Perfektion.
Das ist in der Tat eine Mischung, die entweder brutal ins Ohr geht, oder eben nicht. Beim Warm-up waren es meiner Meinung nach gut zwei Drittel, die diese Mischung gefeiert haben. Wer sich das alsbald noch einmal anhören und anschauen mag, kann am »Freitag den 13.« nach Oebisfelde (Nordsound Showroom) kommen. Da sind die Mannan bereits wieder auf einer großen Bühne zu erleben.
If Worlds Collide
Danach gabs von Wastegate_Official, einem Quartett aus Gifhorn, etwas auf die Ohren, was man wohl als Heavy-Rock bezeichnet. Diese Definition kannte ich vor den Recherchen nicht, aber so etwas ist oft auch Schall und Rauch.
Ich fand deren Musik sau eindringlich. Sie wirkt im ersten Moment voll über die Instrumente, und erst später bekommt man mit, was die Texte einem eigentlich sagen.
Ich zitiere hier mal eine wunderbare Dame. Sie war nicht beim Warm-up, aber ich habe die Tage mit ihr gesprochen und dabei sagte sie zu einer anderen Situation etwas, das ich eins zu eins auch auf den Stil dieser Gifhorner Musiker übertragen möchte. Mit ihrer Musik und ihren Texten sagen sie: »Ich habe Nein«.
Die jungen Herren haben vor vielen Jahren mal in einem Interview sinngemäß gesagt: „In der Welt fehlt antifascho… „, ist sicher in manchen Situationen nicht von der Hand zu weisen. Die Band schafft es mit ihrer Musik, dass man auf jeden Fall das ein oder andere Auge und Ohr offenhält und sich die Welt versucht etwas neutraler anzuschauen.
Und was ist Musik, und besonders der Metal? Es ist die geilste und beste Familie der Welt. Und Familie passt immer aufeinander auf und auch auf andere.
Wastegate
Nun fehlt nur noch eine Galerie, um euch das gesamte Line-up des »WarmUp« zum 2026er HelmFest in Büddenstedt zu präsentieren. Also machen wir uns dran.
Ich halte mich auch dieses Mal wirklich kurz. Die beiden noch fehlenden Bands waren Wolfs Moon und Kambrium.
Keine der beiden Bands braucht wirklich mehr vorgestellt zu werden. Jeder, der sich in unserer Gegend mit der guten, hausgemachten Metal-Musik beschäftigt, kommt an diesen beiden Bands nicht vorbei.
Beide Bands sind im Kern Helmstedter Mannen. Da die beiden Bands schon so wirklich lange im Business sind, hat sich da der ein oder andere Wohnort etwas geändert, aber sie bleiben der Heimat doch treu.
Den vorletzten Gig des Abends gaben Wolfs Moon. Nachdem es von Coverbands, Bands, die sich durchaus auch im Sprechgesang heimisch fühlen dürfen, und Alternativrock ging, schloss sich der Kreis mit den Helmstedtern wieder und es ging zurück an die Basis des Heavy Metal.
Wolfs Moon stehen einfach für guten, geradlinigen Thrash und Heavy Metal. Periodt! Somit schloss sich da schon der Kreis an Genres, für die das Helmfest steht und mit dem das Ganze angefangen hat.
Wolfsmoon
Den letzten Gig des Abends gaben dann die Herren von Kambrium. Diese Band hat dieses Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen zu feiern. Über die Jahre sind die Auftritte immer ausgefeilter geworden.
Deren Shows haben immer viele Showelemente, die Ihre Konzeptalben mit zusätzlichem Leben auf der Bühne erfüllen. Diesmal mit einem Einlauf, Sparklern und Nebel. Dazu wird immer viel mit Licht und Schatten gearbeitet.
Die Liveauftritte sind immer wieder ein Spektakel.
Leider hatte auch dieses Mal wieder der Krankheitsgott seine Hände nach der Band ausgestreckt und die Hände für das Tasteninstrument auf die Bretter geschickt.
Somit standen nur drei der vier Bandmitglieder auf der Bühne. Was nichts an der geilen Show schmäler
Kambrium
All in all, war das mal wieder ein richtig gutes Line-up und ein gelungenes WarmUp. Wer noch keine Karte für das HelmFest hat, sollte das zwingend nachholen. Man muss nicht immer das ganz große Festival im Norden besuchen, denn zeitgleich gibt es das Helmfest und das lohnt sich und ist um Längen entspannter.
Bleibt nur noch Danke an all die helfenden Hände zu sagen. An die, die gebucht waren, und nicht minder an die, die das unbezahlt und aus Leidenschaft machen.
Danke an den Vorstand des Helmfestes, der sich so unglaublich oft mit seiner gesamten Freizeit für das Bestehen und Fortleben dieses Festivals einsetzt.