Meine Damen und Herren, wer nicht bei HSB im »Westand« war, hat etwas Unfassbares verpasst.
Neben der obligatorischen Hitze, aber was will man erwarten, wenn das Haus mit Maximalbelegung einfach nur eskaliert, gab es eine der korrektesten und großartigsten Bands des Genres, die es momentan zu erleben gibt.
Am 3. August war Heaven Shall Burn im Rahmen ihrer »Heimat Over Europe Clubtour« im Westand.
Das »Westand« war auf 22 Grad belüftet und gekühlt. Ihr könnt euch denken, dass selbst die beste Belüftung an ihre Grenzen kommt, wenn sie es mit über 800 eskalierenden Menschen zu tun bekommt. Fuck, war das cool, und fuck, war das heiß. Dass das Westand eine richtig gute Location ist, hat sich mittlerweile rumgesprochen, und auch bei dieser Hitzeschlacht, hat sich wieder herausgestellt, dass das ohne Zweifel seine guten Gründe hat.
Drei Bands, draußen mords Hitze und dazu unglaubliche Stimmung. Da war es klar, dass es die drei Bands des Abends im Innern zu überkochen bringen würde. Aber wir waren alle heiß darauf. Dank »undercover« spielte die Band, die wir bisher nur auf den großen Bühnen in den letzten Jahren erleben durften, nun hautnah und laut vor uns.
Aber zu den anderen Bands, des Abends. Ich kannte beide Bands absolut nicht und die erste Band kann ich bis jetzt nicht aussprechen.
200 Stab Wounds eröffneten den Konzertabend. Die spielen einen fetten Old-School mit Garantie auf, »Auf die Kauleiste«. Die Band hätte ich aufgrund der Unbekanntheit für mich und der meisten Pressebeschreibungen nicht wirklich als Playlistteil ausgewählt, aber die waren ganz großes Kino. Geiler Auftakt.
200 Stab Wounds
Und genau deswegen sind solche Touren und solche kleine Konzertlocations so wichtig. Wenn dann noch eine riesige Band wie »HSB« einlädt, dann ist sehr, sehr sicher, dass auch unbekannte Bands ihr Gehör bekommen und eine Menge neuer Fans finden. Leute, geht raus und geht auf die kleinen Konzerte.
Den zweiten Gig des Abends spielte eine Band, deren Namen ich ums Verrecken nicht aussprechen kann. Sanguisugabogg nennen sie sich und sie spielen sehr direkten und unerwartet groovigen und dazu dreckigen Deathmetal. Hätte ich diese Beschreibung vorher gelesen, hätte ich mir das, glaube ich, nicht mal angehört. Das wäre ein riesen Fehler gewesen. Live ein fettes Brett. Was die Konserve angeht, bleibt abzuwarten. Aber das könnte ein echter Geheimtipp werden.
Sanguisugabogg
Also bleibt nun nur noch den »Headliner« des Abends kurz zu erwähnen. Den was soll ich noch zu Heaven Shall Burn schreiben? Ihnen gehört jede Bühne, auf der sie auftreten, jedes Publikum, jede Emotion.
Ich hab »HSB« öfter erleben dürfen, aber in so einer kleinen, verschwitzten Location noch nie. Auf Festivals sind die schon ein unglaubliches Erlebnis. Das Ding im »Weststand« war nochmal was ganz anderes und haute so rein, wie ich es noch nie erlebt habe.
Ach ja, noch etwas Trivia nebenbei – für die neuen Fans von »HSB«:
Heaven Shall Burn sind ja nicht nur laut, sondern auch schon seit ihrer Gründung politisch unterwegs, vor allem beim Thema Umwelt- und Tierschutz. Die Band ist eng mit Sea Shepherd verbunden, viele in der Band leben seit Jahren vegan, und das merkt man auch an den ganzen Patches und Shirts im Publikum. Ist irgendwie schön, dass das nicht nur Show ist, sondern die auch wirklich dahinterstehen.
Am Ende war ich fix und fertig, klatschnass geschwitzt und meine Brille beschlagen. Ausverkaufter Club, drei starke Bands, ein Publikum am Limit – genau so muss ein Konzert sein.
Heaven Shall Burn
Bilder: Anke
Bericht: Patrick