02.05.2026 Protector

So, das Rock in Rautheim liegt hinter uns. Hier wie versprochen unsere Bilder mit ein klein wenig Text zum vergangenen Jubiläumskonzert von Protector im Hallenbad – Kultur am Schachtweg.

40 Jahre Weltherrschaft. Naja, fast, denn zumindest was den Thrashmetal aus dem beschaulichen Wolfsburg angeht, war und ist Protector eine unumstößliche Großmacht. Laut, hart, direkt und familiär.

Am 02.05.2026 feierte Protector sein 40‑jähriges Bestehen im »Hallenbad« Wolfsburg. Familiär; das meine ich ernst. Ich habe an so vielen Ecken und Kanten kleine Gespräche erhaschen können und es ging eigentlich immer darum, was die Besucher mit den Musikern verbindet. Es waren Geschichten aus der Schulzeit, Geschichten von den ersten Konzertbesuchen und wer Protector wann und in welcher Besetzung das erste Mal für sich entdeckt hatte.

Da sich Protector seit geraumer Zeit nicht mehr nur aus Wolfsburgern zusammensetzt, waren auch viele zugereiste Fans vor Ort. Ich konnte vorm Konzert selbst einen der Gastmusiker aus Schweden kurz treffen. Er hatte vor ein paar Jahren die Bassgitarre gespielt, als Protector auf Tour war.

Da er so weit angereist war und seinen Nachwuchs dabei hatte, freute er sich einfach, mal als Gast dabei sein zu können. Egal, was man sagt: Wenn selbst die Gastmusiker die Musik so lieben und die Familie mitbringen, dann kann das nur ein weiteres Zeichen dafür sein, dass das ein großartiger Teil der Musikgeschichte ist und war.

Damit dieses zweistündige Konzert mit gut vorbereiteten Fans bestritten werden konnte, hatte sich Protector an Nuctemeron gewandt und sie gebeten, das Anheizen zu übernehmen.

Protector war mir natürlich bekannt, aber Nuctemeron kannte ich absolut nicht. Auch konnte ich mir, ganz ehrlich gesagt, nachdem ich mir die verlinkte Scheibe auf der Homepage vom Hallenbad – Kultur am Schachtweg Wolfsburg angehört hatte, nicht wirklich vorstellen, wie das live sein wird.

Es war wirklich gut. Ich habe lange keine Band mehr gesehen, die sich so vollkommen in Text und Bühnenshow ihrem Genre verschrieben hat wie diese.

Die alten Weinkeller meiner ehemaligen Wahlheimat Trier haben über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte augenscheinlich so einige sehr gut gereifte Rotweine hervorgebracht.

Diese Band ist so uneingeschränkt Black- und Old-School-extrem-Metal, dass es für mich eine wahre Freude war. Ich hab’s nicht so mit dem emotionalen Eskalieren, aber ich hab’s wirklich gut gefunden.

Die kleinen Unwägbarkeiten im Tempi, haben mich da wirklich nicht gestört. Mir persönlich sind gekonnte kleine Unwägbarkeiten sehr lieb. Sie machen Musik und besonders Livemusik so einzigartig und emotional aufladbar, dass sie sich unlöschbar in die Hirnwindungen einbrennt.

Und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass für alle Fans, die sich diesen Konzertabend geben durften, sich die ein oder andere Erinnerung ins Gedächtnis gebrannt hat, die für die nächsten 40 Jahre ihre Gültigkeit behalten wird.

Auch wenn Wolfsburg hin und wieder nicht die größte Strahlkraft hat, was die Musikszene angeht, hat sie ein paar wirkliche Perlen hervorgebracht. So gleißende Perlen, dass sie bis ins ferne Schweden strahlte und strahlt. Ach, bevor ich es vergesse: Die Show von »Protector« hatte fast alles, was sie jemals veröffentlicht haben. Selbst die ersten Demos waren dabei und das in chronologisch korrekter Reihenfolge. So, nun viel Spaß bei den Bildern und vielen Dank für eure Unterstützung und Geduld. Nicht vergessen: Geht feiern und Livemusik ist was Geiles, denn die geht immer.

Nuctemeron

Protector